Neues Leben kam ins Haus – mit Überraschung

comp_kleinP1070395-001-high_endWas kann es schöneres im Leben eines Hobbyzüchters der Westhighland-Terrier geben, als sich zufrieden zurücklehnend dieses Bild zu betrachten.?
Zur Vorgeschichte:
Am ersten Weihnachtstag des vergangenen Jahres ließ sich unsere Westiehündin Milva of Woodland von unserem Zuchtrüden decken.
Bei einer durchschnittlichen Tragzeit von 63 Tagen kann man erst einmal nur hoffen, die Hündin hat auch aufgenommen. Erste Sicherheit gab die Ultraschalluntersuchung nach gut 4 Wochen. Das Bangen war vorbei, deutlich waren mindestens 3 Babys zu erkennen.
Alles verlief gut, bis zum errechneten Wurftermin. Milva ging es gut, sie sprang am frühern Morgen des Wurftages noch herum wie immer, außerlich konnte man aber erahnen, da sind weit mehr als nur 3 Welpen im Bauch. Wann würde es losgehen, wird alles ohne Komplikationen ablaufen…und letztendlich die Frage, wie viele Welpen wird sie werfen?
Zum Glück war Milva keine erstwerfende Hündin, zweimal hatte sie uns schon Welpen geschenkt.
Dennoch, Sorgen ob auch wieder alles gut gehen wird, die bleiben einfach. Irgendwann am frühen Nachmittag war dann zu bemerken, es verändert sich etwas, Milva legte sich in unserer Küche in ihr Körbchen, man konnte direkt sehen wie sie in sich hineinhorchte.
Langsam begann sie zu hecheln, deutlich war zu erkennen, die Wehen setzen ein. Filmmäßig gesehen wäre nun der Zeitpunkt gekommen, an dem die Hebamme aus dem Geburtszimmer tritt, sich fordernd an den Mann des Hauses wendet und sagt: „Bringen Sie heißes Wasser, schnell !“
Nein heißes Wasser benötigten wir nicht, aber vorgewärmte Handtücher, zum abreiben der Welpen. Fünf Stück lagen bereits auf den Heizkörpern in unserem Haus verteilt, speicherten wohlige Wärme.
Gegen 19:30 Uhr begann es dann. Milva bekam einmal eine wohl ziemlich heftige Wehe, die sie kurz aufjaulen ließ…einmal nur…und dann lief alles wie am Schnürchen.
In einer Rekordzeit von genau einer Stunde und einer Minute (01:01h) warf sie 4 Welpen, die ersten beiden Mädels (19:45 | 20:12) – dann um 20:40 und bereits 6 Minuten später (20:46) zwei Rüden.
Ihr wurferfahrenes Frauchen, also meine Lebensgefährtin mit über 30 Jahren Zuchterfahrung, tastet den Bauch ab und ist der Meinung…nö, da ist nichts mehr drin. Sofort widerspreche ich ihr, denn mein Gefühl spricht für 5 Welpen, 2 Mädels und 3 Rüden (hatte ich mir so gewünscht).
Genau 19 Minuten später, um 21:05 kommt dann noch ein 3. Rüde auf die Welt.
Wir sind glücklich, Milva ist erschöpft. Das Frauchen hatte die Welpen immer gleich getrocknet und sie in die Wärmekiste gelegt…natürlich bekam die Milva ihre Babys in den Wurfpausen auch gleich angelegt.
Aus, vorbei, erledigt…alles gut gegangen, Hündin erschöpft aber gesund, Menschen weniger erschöpft, dafür aber mehr glücklich. Fünf Welpen, also 2 Mädels und drei Rüden…alles gesund, kräftig und eben wie gewünscht.
Die Wurfbox ist gerichtet, alle Babys erstmals angelegt, den Rest macht die Milva allein – Zeit für Menschens, sich mit sich selbst zu befassen…Herrli startet die extra für diesen Wurf eingerichtete Webcam über der Wurfkiste, macht schnell noch ein Video mit dem Eierfon…Milva mit 5 Welpen am  Gesäuge. – Frauchen entspannt sich etwas, denn sie hatte ja Geburtshilfe geleistet, ohne heißes Wasser zwar, aber mit 5 vorgewärmten Handtüchern.
Ein schöner Abend…wir telefonieren noch mit 2, 3 Leuten aus den Bekanntenkreis, ein Jeder davon hatte ja mit uns gefiebert.
Rein routienemäßig nach einiger Zeit ein Blick vom Frauchen unter die inzwischen mit einer Decke abgedunkelte Wurfbox…ein Schrei: „Julius, komm schnell! Da ist noch eins!“
Was soll da sein? Nö, glaube ich nicht. Da liegen doch plötzlich 6 (in Worten sechs) Hundebabys friedlich nebeneinander in der Wurfkiste, Eines so sauber und weiß, wie das Andere und vor allen Dingen wirklich eines mehr als noch vor rund einer Stunde.
Und die zwei Knopfaugen unserer Westiedame Milva scheinen mich anzugrinsen, als wenn sie mir sagen wollte:
Ja ihr Menschen, eigentlich kann ich das alles auch ganz allein.
Natürlich, kann sie…aber wir helfen ihr dennoch, denn: Wir haben uns alle lieb!

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