Zur Morchelzeit ist auch mit Maipilzen zu rechnen

Dem alljährlichen Morchelwahn verfallend, achten viele Pilzfreunde gar nicht auf den Maipilz, auch Mai- oder Georgsritterling genannt, sein wissenschaftlicher Name lautet Calocybe gambosa.

Maipilz, Mairitterling ( Calocybe gambosa) Bildquelle: Wikipedia / derivative work: Ak ccm

Maipilz (Calocybe gambosa) Bildquelle: Wikipedia

Calocybe gambosa, der Mairitterling, zählt zur Pilzgattung der Schönköpfe, einer Gattung mit einigen, oft unbekannten Pilzarten. Vorkommen: April bis Juni, oft in zwei Schüben, an sonnig.grasigen Stellen, überwiegend in Buchenwäldern. Liebt mäßig feuchte, leicht alkalische bis neutrale Böden. Geruch und Geschmack stark nach Mehl, Speisepilz.
Vorsicht! es besteht Verwechslungsgefahr mit dem stark giftigen Ziegelroten Risspilz (Inocybe erubescens) und dem giftigen Riesen-Rötling (Entoloma sinuatum)

Die Gefahr einer Verwechslung mit den beiden im Bildkasten aufgeführten Pilzarten sollte der unbedarfte Pilzsammler nicht auf die leichte Schulter nehmen! Insbesondere ist die Verwechslungsgefahr mit dem Riesen-Rötling recht groß, der aber seine Fruchtkörper erst so ab Ende Juli ausbildet, dazu muss man nur dem Link im Bildkasten folgen, um es bemerken zu können – Zumal sich auch die Gerüche ähneln können !
Sehr große Gefahr geht bei einer Verwechslung mit dem zur gleichen Zeit und am gleichen Ort erscheinenden
Ziegelroten Rißpilz aus, die Unterschiede beider Pilzarten sind in guter Pilzliteratur ausreichend erklärt.

Der Ziegelrote Risspilz zeichnet sich durch einen recht hohen Gehalt an dem giftigen Alkaloid Muscarin – 0.037 % – aus, kann aber abhängig von Standort und Rasse stark abweichen. Die tödliche Giftmenge ist je nach Muscarin-Gehalt in 40 bis 500 Gramm Frischpilz enthalten. Die Letalität beträgt 7,9 %. Die Symptome einer Vergiftung mit dem Ziegelroten Risspilz treten meist innerhalb weniger Minuten bis zwei Stunden nach der Aufnahme ein. Die genauen Symptome entsprechen dem Muskarin-Syndrom.
Quelle: Wikipedia

Wer in diesem Pilzjahr das erste Mal auf die Jagd nach dem Maipilz geht und fündig wird, der sollte sich den Rat eines Pilzberaters einholen. Mittels der Liste der Deutschen Gesellschaft für Mykologie, kurz DGfM genannt, sollte es leicht sein, einen Pilzberater der DGfM in seiner Nähe zu finden.

Der regional bekannte Name Georgsritterling stammt übrigens daher, in manchen Gegenden mit konstantem Klima erscheint dieser um den Georgstag herum, am 23. April eines jeden Jahres. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.
Etwas anderes zeichnet  Calocybe gambosa aber aus, und das ist seine Standorttreue. Hat man einmal eine Stelle gefunden an denen die Pilze zu finden sind – sie kommen sehr häufig in großen Hexenringen vor – dann kann man sie dort in den folgenden Jahren immer wieder antreffen.

Ob nun Maipilz, Mai- oder Georgsritterling, über den Speisewert lässt sich trefflich streiten.
„Viele mögen ihn nicht, weil er so aufdringlich nach Mehl riecht und schmeckt. Andere schätzen ihn, weil er nach den Morcheln die Pilzspeisekarte im Frühjahr bereichert“, so drückt es  Dr. Hans-Jürgen Stahl von den Pilzfreunden Mainfranken in deren Rundbrief 10 aus.
Auf Grund genügend eigener Erfahrungen zähle ich mich zur ersteren Gruppe, wünsche aber allen Pilzfreunden bei der diesjährigen Suche nach Maipilzen viel Erfolg – Vorweg wollen wir aber die Morcheln nicht vergessen…

 

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